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Befunde der Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“ – Wohlergehen von Kindern in Trennungsfamilien

  • Autorenbild: TrueDads Deutschland
    TrueDads Deutschland
  • 29. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


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Grundergebnisse der Studie – kompakt zusammengefasst


1. Betreuungsmodell hat weniger Einfluss als oft angenommen

Die Studie zeigt deutlich:Das konkrete Betreuungsarrangement (Residenzmodell, Wechselmodell etc.) hat fast keinen statistisch bedeutsamen Einfluss auf das Wohl der Kinder. 

→ Das bedeutet: Es gibt kein generell „bestes“ Modell für alle Kinder.


2. Kinder in geteilter Betreuung sind am zufriedensten

Obwohl das Modell selbst nicht entscheidend für das Wohlbefinden ist, berichten Kinder mit geteilter Betreuung die höchste Zufriedenheit mit dem Arrangement. 

Die Zufriedenheit bezieht sich vor allem auf:

  • Gleichmäßigen Kontakt zu beiden Eltern

  • Als fair empfundene Aufteilung des Alltags


3. Die wichtigsten Faktoren für das Kindeswohl

Die Studie identifiziert klar: Beziehungsqualität schlägt Betreuungsmodell.

Wichtiger für das Wohlbefinden der Kinder als das Arrangement sind u. a.:

  • Wenig Konflikte zwischen den Eltern

  • Hohe Involviertheit des Vaters

  • Positive Eltern-Kind-Beziehungen

  • Gute Mutter-Kind-Beziehung

→ Kinder profitieren besonders davon, wenn Eltern gut zusammenarbeiten und beide emotional anwesend bleiben.

4. Partizipation der Kinder ist entscheidend

Ein sehr deutlicher Befund:Wenn Umgangsregelungen gegen den Willen des Kindes getroffen wurden, geht das mit schlechterer psychischer Gesundheit und geringerer Lebensqualität einher.

→ Kinder sollten aktiv angehört werden – dies hat direkten Einfluss auf ihr Wohl.


5. Gerichtsentscheidungen haben ein ambivalentes Bild

  • In Gerichtsverfahren werden Kinder seltener beteiligt.

  • Gleichzeitig zeigt sich: Wenn der Wille des Kindes berücksichtigt wird, kann ein Gerichtsentscheid sogar mit besserer psychischer Gesundheit einhergehen.

→ Ein Gericht kann hilfreich sein – aber nur, wenn es kindgerecht entscheidet und Partizipation gewährleistet ist.


6. Beratung zeigt positive Effekte

Eltern, die mit Beratung eine Einigung finden:

  • bewerten die Unterstützung positiver

  • und deren Kinder zeigen tendenziell weniger psychische Probleme als in Fällen ohne Beratung.

→ Niedrigschwellige Beratung sollte stärker genutzt und ausgebaut werden.


7. Keine Empfehlung für ein starres Leitbild

Die Studie sagt ausdrücklich:Es gibt kein Betreuungsmodell, das generell am besten ist. Jede Entscheidung sollte auf den individuellen Fall abgestimmt werden.


8. Gewalt und hochstrittige Kontexte als Belastungsfaktoren

Kinder aus Trennungsfamilien mit Gewalt- oder Hochkonflikthintergrund:

  • sind häufiger belastet

  • zeigen stärkere psychische Probleme

  • erleben Loyalitätskonflikte(Zahlreiche Kapitelbefunde; u. a. zu Gewalt in Kap. 7)

→ Schutz und Prävention sind hier essenziell.


Fazit der Studie

Die wichtigsten Schlussfolgerungen lauten:

  • Beziehungsqualität, Konfliktniveau und Einbindung der Kinder sind entscheidender als Betreuungsmodelle.

  • Geteilte Betreuung kann sehr gut funktionieren, wenn sie konfliktarm und freiwillig erfolgt.

  • Partizipation und Vaterinvolviertheit sind starke Schutzfaktoren.

  • Beratung sollte gestärkt und früher eingebunden werden.

  • Rechtliche Regelungen sollten flexibel bleiben, um Einzelfallentscheidungen zu ermöglichen.

 
 
 

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